ISO 26000 Guidance on Social Responsibility
von Judith Blickle
CSR ist zum Gegenstand internationaler Standardisierungsaktivitäten geworden.
Bisher gibt es zwar viele verschiedene Labels, Sozialstandards und Verhaltenskodizes, doch haben all diese keinen gemeinsamen Nenner und verwirren Konsumenten und Verbraucher gleichermaßen wie Unternehmen (Schrader/Halbes/Hansen 2005, 82). Ebenso waren und sind es die Bemühungen vieler Unternehmen sich im Sinne des sogenannten 'Greenwashings' ein unbegründetes nachhaltiges Image anzueignen weswegen Vertreter von Regierungen, Verbraucherorganisationen und Industrie eine international gültige Ethiknorm für gesellschaftliche Verantwortung ins Leben rufen wollen (Thorns 2006, 2). Für Dimitri Piskounov, Managing Director der UNIDO ist ein international stimmiger Standard für Social Responsibility von höchster Wichtigkeit. „Es geht vor allem darum, Definitionen und Anforderungen festzulegen um somit Klarheit zu schaffen. Gibt es keine klaren Definitionen, kann man die Idee eines sozial und ökologisch verantwortlichen sowie nachhaltigen Handelns von Unternehmen und Organisationen nicht wirklich vorantreiben.“ (Austrian Standards Institute 2007, 1)
Diese Normierung unternehmerischer Verantwortung mit der für Ende 2010 geplanten Verabschiedung des „ISO 26.000 – Guidance Standard on Social Responsibility“
(ISO 2005, 1) versteht sich dabei nicht als Normierung im eigentlichen Sinne sondern als Leitfaden für die Gestaltung sozialer Verantwortung innerhalb unterschiedlichster Organisationen. Die Norm möchte weder die im Sinne der Wahrnehmung sozialer Verantwortung einzurichtenden Managementstandards beschreiben, noch hat sie eine Zertifizierung entsprechender Tools und Prozesse zum Zweck. Vielmehr ist es das Ziel der ISO Working Group, Leitlinien für die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Übernahme sozialer Verantwortung in Organisationen zu erarbeiten. Es wird festgelegt, was soziale Verantwortung ganz konkret bedeutet und wie sie auf allen Gebieten unternehmerischen und strategischen Handelns sowie in allen Ebenen der Wertschöpfungskette praktisch umgesetzt werden kann. 54 Länder und 33 internationale Organisationen arbeiten momentan gemeinsam an der Norm. (ISO 2006, 3)
Festzuhalten bleibt, dass diese Norm zwar einen enormen Fortschritt im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme von Unternehmen darstellt und es diesen zukünftig erleichtern wird, ihr gelebtes und praktiziertes Engagement einheitlich, glaubwürdig und transparent zu kommunizieren. Abzuwarten bleibt aber, inwiefern die Norm sowohl Unternehmen als auch andere Organisationen weg von der guten Absicht hin zu einer tatsächlich guten Praxis bewegt.
Detailierere Informationen über Inhalte und Entwicklungsstand der ISO 26000 - Guidance on Social Responsibility finden sie hier!




